Pack es an!

Gestern musste ich mal wieder auf den Lift warten. Zur Hauptzeit (12 Uhr Mittag), wenn alle Studenten im Haus unterwegs sind und bei einem Turm mit 13 Stockwerken ist das eine wahre Geduldsprobe, ehe der erhofft Lift endlich kommt. Meistens vertreibe ich mir die Zeit damit, die rumliegenden Studentenzeitungen durchzublättern. Und siehe da, dass warten hatte sich gelohnt. Im Uni Magazin gab es einen Artikel mit dem Titel „Angst vor der Blamage“. Es ging um ein Trainingsprogramm von Georg Stöckli, welches Kinder helfen soll, ihre Schüchternheit zu überwinden.

Folgende Textpassage war für mich besonders interessant:

Vor einem Jahr hätte Jolanda diesen Mut wohl noch nicht aufgebracht. Doch inzwischen hat sie sich immer wieder herausfordernden Situationen gestellt und dabei gemerkt, dass sie diese durchaus meistern kann. (Rauch 2011, S. 18)

Jolanda (Name von der Redaktion geändert) ist ein sehr schüchternes Mädchen. Erst durch das Trainingsprogramm lernt sie, Mut zu haben und sich herausfordernden Situationen zu stellen. Das erstaunliche an den Herausforderungen ist, dass sie dadurch ihr wahres Können erfährt. Sie wächst innerlich und überwindet ihre Schüchternheit.

Mit den Herausforderungen fängt Jolanda an sich zu entwickeln. Sie bekommt Selbstbewusstsein. Das ist nicht nur bei ihr so. Das passiert bei jedem Menschen. Stellst Du Dich einer Herausforderung, lernst Du dazu, egal wie es ausgeht. Und Lernen ist Teil des Entwicklungsprozesses Deiner Persönlichkeit, Deiner Fähigkeiten und Deiner Fähigkeiten.

Und was sind Herausforderungen?

Das Wort Herausforderung hat für mich einen aktiven Charakter. Wenn ich das Wort höre, will ich sofort anpacken und mich mit der Herausforderung messen. Für mich sind Probleme immer Herausforderungen. Probleme dagegen find ich ein sehr negativ besetztes Wort. Ein Problem ist etwas schwieriges, bei dem man erst einmal abwägen muss, ob man es anpackt oder nicht. Viele Menschen schaffen es nicht über die Schwelle und packen nicht an.

Ich sage nie zu einer Herausforderung Problem. Für mich sind alles Herausforderungen, mit denen ich mich messen will. Manchmal gewinne ich, manchmal gewinnt die Herausforderung. Aber in beiden Fällen lerne ich dazu und wachse. Das ist das Tolle. Am Ende habe ich immer einen Gewinn!

Manchmal muss ich auch eine Herausforderung verschieben, weil ich Beispielsweise neben meinem Vollzeitstudium nicht auch noch 100% arbeiten kann. Aber das sind wenige Ausnahmen im Leben, wo man das sagen darf. In den vielen anderen Fällen sind viele Menschen zu faul, sich ihren Herausforderungen zu stellen.

Probiere es doch einmal aus. Bei Deinem nächsten Problem sagst Du Dir einfach: „Das ist meine Herausforderung. Das PACKE ICH AN!

Ein Beispiel, dass jeder aus seiner Schulzeit kennt:

Es heisst nicht: „Ich habe ein Problem. Ich schaffe die Hausaufgaben nicht. Ich muss zuhause bleiben und kann nicht ins Training.“

Es heisst so: „Ich stelle mich der Herausforderung, meine Hausaufgaben effektiv und ohne Ablenkung zu erledigen und komme danach sofort ins Training.“


Stelle Dich Deinen Herausforderungen. Pack es an!

Literatur:
Rauch, Katja (2011): Angst vor der Blamage. In: magazin, Jg. 20, H. 3, S. 18–19.
Bildquelle:
http://img.fotocommunity.com/images/Contest/Die-besten-Bilder/Stell-dich-der-Herausforderung-Freddy-vs-Daddy-a24463558.jpg


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Darüber werde ich nachdenken!
„Der Wille ebnet den Weg an die Spitze,
ich bin kein Talent."
Nadja Kamer