Der gute Trainer

Ich frage mich seit einiger Zeit, was einen guten Trainer auszeichnet. Sind es seine Erfolge? Oder misst man den Trainer an seinem positiven Einfluss auf die Spieler? Gibt es eine Art Check-Liste für Gute-Trainer-Eigenschaften?

An diesem Punkt gehen höchstwahrscheinlich die Meinungen weit auseinander. Wenn Du Dich von den Fragen herausgefordert fühlst und Lust hast, eine Stellungnahme zu schreiben, kannst Du gern Deine Gedanken im Kommentarteil veröffentlichen (Wenn Du auf die Überschrift des Artikels klickst und nach unten gehst, findest Du die Diskussionsplattform).

Ich möchte eine Position von Christian Bischoff vorstellen:

Du kannst kein guter Trainer werden, wenn Du nicht mit Menschen umgehen kannst.
Du kannst kein guter Trainer werden, wenn Du Menschen nicht liebst.
Du kannst kein guter Trainer werden, wenn Du Dich nicht in die Situation anderer hineinversetzen kannst.
Du kannst kein guter Trainer werden, wenn Du nicht die Sichtweise anderer verstehst und geistig in ihren Schuhen steckst.
Du kannst kein guter Trainer werden, wenn Du nicht aufmerksam zuhören kannst. (Bischoff 2008, S. 133)

Ist Dir etwas aufgefallen? Bischoff geht nicht auf Fachkenntnisse ein. Er hebt die zwischenmenschlichen Kompetenzen als das zentrale Merkmal eines guten Trainers hervor. Mit anderen Menschen zu kommunizieren, mit ihnen zusammen Herausforderungen meistern, sie kennen lernen, sie verstehen, ihnen zu zuhören und sie zu beeinflussen sind für ihn wichtige Punkte einer guten Trainerpersönlichkeit.

Coach K, ein Mentor Bischoffs und der Leiter der besten Basketballsportschmiede der USA, denkt ihn die gleiche Richtung:

In unseren täglichen Trainerbesprechungen verbringen wir mehr Zeit damit zu beraten, wie wir unseren Spielern in ihrer persönlichen Entwicklung helfen können, als mit der Analyse von Spielen, Taktiken und der Trainingsplanung. (Bischoff 2008, S. 148)

Fachthemen zu Taktik und Spielkultur werden den individuellen Entwicklungszielen der Spieler untergeordnet. Das bedeutet, der Spieler als Individuum mit seinen Besonderheiten, seinem spezifischen Förderungspotenzial und seiner menschlichen Entwicklung stehen im Interessenszentrum des Trainers.

Daraufhin schliesst Bischoff an:

Coaching ist 20 Prozent Fachwissen und 80 Prozent Umgang mit Menschen. (Bischoff 2008, S. 141)

Aus den Meinungen schliesse ich, Trainer mit einer ausgeprägten sozialen Ader und einem kleinen Tüpfelchen Fachwissen, bringen es in ihrem Geschäft sehr weit. Sie können die Spieler am besten unterstützen, fördern und fordern.


Joacim Bernvid von Pixpo Wallenstam hat seine Damen im Griff.

Literatur:
Bischoff, Christian (2008): Mein Trainertagebuch: Das Spiel. Der Weg ; Das Leben. 1. Aufl. s.l.: Draksal Verlag.
Bildquelle:
http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swed_mora_pixbo_c5.jpg


2 Antworten auf „Der gute Trainer“


  1. 1 Kasche 26. Oktober 2011 um 10:07 Uhr

    Moin,

    das Lesetipp kann ich hierzu nur Bernhard Peters „Führungsspiel“ empfehlen…

    Besten Gruß,

    A. Kasche

  1. 1 Mit Lesen ein besserer Trainer werden! | Floorballtraining/ Unihockeytraining von Marco Galle Pingback am 03. November 2011 um 10:15 Uhr

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