Archiv für Januar 2012

Das Blogbild zum verlinken

Hast Du eine eigene Seite und möchtest mein Projekt unterstützen, indem Du beispielsweise für den Blog wirbst?
Wenn ja, dann habe ich hier eine mögliches Bild dafür:

Vier Spielereigenschaften für eine erfolgreiche Saison

Was sind Eigenschaften eines erfolgreichen Spielers? Dieser Frage versuche ich mit Christian Bischoffs langjährigen Trainererfahrungen zu beantworten.

Nach Bischoff existieren genau vier Eigenschaften für einen Spieler, die bei konsequenter und breiter Umsetzung zu mehr Erfolg führen sollen:

Vier Gewinner(-Team-)-Eigenschaften
…Dies sind Eigenschaften, die einen positiven, erfolgshungrigen und zielstrebigen Akteur auszeichnen. Wenn alle Spieler diese vier Dinge verinnerlichen, dann wird aus der Gruppe erfolgreicher Individuen mit der Zeit ein Gewinnerteam. (Bischoff, S. 96f.)

Schauen wir mal, was man von diesen vier Erfolgsfaktoren halten soll:

1. FOCUS ON EFFORT, NOT WINNING

Konzentriere Dich auf Deine Einsatzbereitschaft, nicht aufs Gewinnen. Das Einzige, was jeder Spieler mit Sicherheit beeinflussen kann, ist die Intensität, die Konzentration, der Wille, die Leistungsbereitschaft, mit der er bei der Sache ist. Wenn diese immer stimmt, wird der Erfolg das erwünschte Nebenprodukt sein, das sich früher oder später von selbst einstellt. (Bischoff, S. 96f.)

Kritik
Bischoff weisst darauf hin, dass sich (nicht nur) die Spieler auf den Moment konzentrieren sollen: Auf den nächsten Einsatz, auf den nächsten Pass, auf den nächsten Zweikampf, auf den nächsten Schritt etc.. In diesen Fällen kann der Spieler sich selbst regulieren und kontrollieren. Er hat zu 100% Einfluss auf den Ausgang einer Spielsituation. Der Spieler kann in diesem Moment einen Baustein setzen für den Sieg.
Denkt der Spieler allerdings nur an den Sieg, der in 45 Spielminuten vielleicht passieren könnte, dann verpasst er den Moment. Das bedeutet, der Spieler verpasst seinen Einsatz, spielt einen Fehlpass oder verliert den nächsten Zweikampf. Folgen davon sind gegnerische Chancen für ein Tor.


Bild 1 – Der Trainer kann viel dazu beitragen, dass sich die Spieler auf den Moment fokussieren

2. BE QUICK, BUT DON‘T HURRY

Spiele schnell, aber nicht überhastet! Zu schnell zu spielen, bedeutet überhastet zu sein, in einem Tempo zu agieren, das die eigenen Fähigkeiten übersteigt. Ballverluste und Fehler sind die Konsequenzen. Zu viele Fehler mindern die Erfolgschancen. Daher agieren wir lieber etwas langsamer, dafür aber überlegter. Nimm regelmässige Auszeiten, um Deine Ergebnisse zu reflektieren und Dir Gedanken darüber zu machen, welches die richtigen Schritte in den nächsten Wochen sind. (Bischoff, S. 96f.)

Kritik
Nach meiner Meinung fehlt hier das Mut zum Risiko. Wenn eine gegnerische Mannschaft ein viel höheres Spieltempo zeigt, welche das eigene Team nicht mithalten kann, müssen die Spieler ihr Spieltempo an das Limit und darüber hinaus treiben, um die Chancen auf einen Sieg zu wahren. Sie müssen Risiken eingehen und „mit dem Feuer spielen“.


Bild 2 – Finde Deine Spielgeschwindigkeit, in der Du noch alles unter Kontrolle hast

3. BALANCE IS EVERYTHING

Basketball ist Balance. Du brauchst Körperbalance, um erfolgreich agieren zu können. Um Körperbalance zu haben, ist mentale Balance notwendig. Sich von keinen externen Faktoren ablenken und beeinflussen zu lassen. Ein Team braucht offensive Balance und defensive Balance. Dazu braucht jeder Spieler individuelle Balance. Basketball ist Balance, Balance, Balance, … . Dein Leben ist Balance – die Balance zwischen allen Lebensbereichen: Gesundheit, Emotionen, Beziehungen, Zeit, Finanzen, Beruf/ Karriere und Spirituelles. (Bischoff, S. 96f.)

Kritik
Alles ist Balance. Doch wie erhält man Balance, wenn man selber im Ungleichgewicht ist? Hier gibt es nach meiner Meinung keine „goldene Regel“. Jeder Mensch hat seine eigenen Strategien, wieder in Balance zu gelangen. Mein Tipp: Versuche verschiedene Möglichkeiten und reflektiere dich dabei selbst? Welche Strategie war die Beste für Deine Balance. Versuche sie zu trainieren und zu perfektionieren wie ein Muskel.


Bild 3: Keine Balance mehr – Dann fällt man/frau schnell mal über die Bande

4. KEEP IT SIMPLE

Das Spiel ist einfach, spiel ist einfach. Extravagante „And-One-Moves“ und selbstdarstellerische, egoistische Spielweisen haben in erfolgreichen Teams nichts zu suchen. (Bischoff, S. 96f.)

Kritik
Oh wie recht Bischoff hat. Wie sehr hasse ich die selbstdarstellerischen Einzelspieler, die sich für etwas besseres halten. Unihockey ist eine Teamsportart. Nur im Team gewinnt man Spiele und kann Pokale in die Luft stemmen. Alleine ist das nicht möglich.
Zudem sollte dein Team das Spiel nicht zu kompliziert gestalten. Ich habe in einigen Teams gespielt, bei der vor dem Tor noch ein Querpass versucht wird. Verantwortung übernehmen und drauf hauen. Die Spieler und Trainer sollten Verantwortungsübernahme loben und nicht den letzten Querpass, der irgendwo im Niemandsland endet.


Bild 4: Zusammen Kämpfen – Zusammen Siegen – Zusammen Verlieren

Literatur:
Bischoff, Christian (2008): Mein Trainertagebuch: Das Spiel. Der Weg ; Das Leben. 1. Aufl. s.l.: Draksal Verlag.
Bildquellen:
Bild 1: http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swed_ore_taby_16.jpg
Bild 2: http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swed_marie_soed_r6.jpg
Bild 3: http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swed_marie_soed_w1.jpg
Bild 4: http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swed_marie_soed_z_23.jpg

Die schönste Zeit des Jahres bewusst wahrnehmen

Wir nähern uns langsam einer Zeit, in der ich das Gefühl habe, Weihnachten, Ostern und Silvester fallen auf einen Tag. Es herrscht immer eine unglaubliche Euphorie in den Hallen der Unihockeyaner und ich hoffe inständig, dass mein Favoritenteam den Kampf gegen David oder auch gegen Goliath gewinnt. Für die spannendsten Spiele kommen sogar die grössten Fernsehmuffel mal in die 3D Welt eines realen Unihockeyspiels.

Und hast Du es erkannt? Ja stimmt, die Playoffs stehen vor der Tür. Für Spieler und Trainer beginnt die anspruchsvollste Phase der Saison. Nach endlosen und kräftezehrenden Vorrundenspielen muss das Feuer der Mannschaft neu entfacht werden. Der Trainer muss wieder neue Begeisterung für das Spiel in die Mannschaft bringen.


Anspannung und Druck in den Playoffs nehmen zu.

In meiner aktiven Spielzeit gab es viele Trainer die nur meinten: „Jungs, es sind Playoffs. … Ihr wisst was das bedeutet. Mehr brauche ich nicht sagen.“ Damit wollten sie die mit den Playoffs verbundenen positiven Gefühle ansprechen, die idealerweise in jedem Spieler stecken. Doch leider ist es ein Ideal!
Nach meiner Meinung sollte in Einzelgesprächen und in der Kabine etwas anderes thematisiert werden. Es geht um das bewusste Fühlen der Spannungen, positiven Gefühle aber auch Ängsten und Anspannungen.

Dazu die Erfahrungen von Bischoff:
„Jedes Jahr stehen im Basketball die Playoffs in der Profi-Nachwuchsliga (NBBL) vor der Tür. Nach dem Modus der Basketball-Bundesliga streben 32 Teams nach einem Ziel: Man kämpft darum, die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Das sportliche Ziel steht im Vordergrund, jeder möchte den grösstmöglichen Erfolg haben. Doch bei all der Konkurrenz darf man als teilnehmender Spieler und Trainer eines nicht vergessen: die Reise richtig wahrzunehmen und jedes Spiel, jeden Tag zu geniessen.“ (Bischoff, S. 73)

Der Trainer sollte eine solche bewusste Lebensführung ansprechen, also nicht nur die sportlichen Ziele ständig vor Augen halten, sondern auch mal loslassen und über andere Sachen sprechen. Das befreit und lässt den Kopf klarer werden. In einer solchen Phase kommt man öfters zu unglaublichen Ideen, beispielsweise wie man den nächsten Playoffgegner überraschen kann. Zu einer bewussten Lebensführung in der Playoffzeit kannst Du folgendes Gedankenspiel durchführen, um die letzten Reserven deiner Spieler zu mobilisieren:

„Stell dir vor … dies wäre Deine letzte [Unihockey]saison, die Du spielen könntest. Wie würdest Du jedes Training angehen? Mit welcher Einstellung wärst Du jedes Mal in der Halle? Wie würdest Du jedes Spiel bestreiten? Wie intensiv würdest Du Dich um Deine Mitspieler kümmern? Was wäre Dir wichtiger: Deine eigene Statistik oder zu Abschluss Deiner Karriere eine Meisterschaft gewinnen? Die meisten meiner Spieler beantworten diese Frage durchweg positiv. Dann fragte ich sie: „Warum spielst Du nicht jede Saison so, als wäre sie Deine letzte?“ (Bischoff, S. 81)

Probiere es doch aus und teile Deine Erfahrungen im Kommentarteil mit! Wir freuen uns über jeden Beitrag.

Literatur
Bischoff, Christian (2008): Mein Trainertagebuch: Das Spiel. Der Weg ; Das Leben. 1. Aufl. s.l.: Draksal Verlag.
Bildquelle
http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swe_cap_umea_36.jpg






Darüber werde ich nachdenken!
„Der Wille ebnet den Weg an die Spitze,
ich bin kein Talent."
Nadja Kamer