Die schönste Zeit des Jahres bewusst wahrnehmen

Wir nähern uns langsam einer Zeit, in der ich das Gefühl habe, Weihnachten, Ostern und Silvester fallen auf einen Tag. Es herrscht immer eine unglaubliche Euphorie in den Hallen der Unihockeyaner und ich hoffe inständig, dass mein Favoritenteam den Kampf gegen David oder auch gegen Goliath gewinnt. Für die spannendsten Spiele kommen sogar die grössten Fernsehmuffel mal in die 3D Welt eines realen Unihockeyspiels.

Und hast Du es erkannt? Ja stimmt, die Playoffs stehen vor der Tür. Für Spieler und Trainer beginnt die anspruchsvollste Phase der Saison. Nach endlosen und kräftezehrenden Vorrundenspielen muss das Feuer der Mannschaft neu entfacht werden. Der Trainer muss wieder neue Begeisterung für das Spiel in die Mannschaft bringen.


Anspannung und Druck in den Playoffs nehmen zu.

In meiner aktiven Spielzeit gab es viele Trainer die nur meinten: „Jungs, es sind Playoffs. … Ihr wisst was das bedeutet. Mehr brauche ich nicht sagen.“ Damit wollten sie die mit den Playoffs verbundenen positiven Gefühle ansprechen, die idealerweise in jedem Spieler stecken. Doch leider ist es ein Ideal!
Nach meiner Meinung sollte in Einzelgesprächen und in der Kabine etwas anderes thematisiert werden. Es geht um das bewusste Fühlen der Spannungen, positiven Gefühle aber auch Ängsten und Anspannungen.

Dazu die Erfahrungen von Bischoff:
„Jedes Jahr stehen im Basketball die Playoffs in der Profi-Nachwuchsliga (NBBL) vor der Tür. Nach dem Modus der Basketball-Bundesliga streben 32 Teams nach einem Ziel: Man kämpft darum, die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Das sportliche Ziel steht im Vordergrund, jeder möchte den grösstmöglichen Erfolg haben. Doch bei all der Konkurrenz darf man als teilnehmender Spieler und Trainer eines nicht vergessen: die Reise richtig wahrzunehmen und jedes Spiel, jeden Tag zu geniessen.“ (Bischoff, S. 73)

Der Trainer sollte eine solche bewusste Lebensführung ansprechen, also nicht nur die sportlichen Ziele ständig vor Augen halten, sondern auch mal loslassen und über andere Sachen sprechen. Das befreit und lässt den Kopf klarer werden. In einer solchen Phase kommt man öfters zu unglaublichen Ideen, beispielsweise wie man den nächsten Playoffgegner überraschen kann. Zu einer bewussten Lebensführung in der Playoffzeit kannst Du folgendes Gedankenspiel durchführen, um die letzten Reserven deiner Spieler zu mobilisieren:

„Stell dir vor … dies wäre Deine letzte [Unihockey]saison, die Du spielen könntest. Wie würdest Du jedes Training angehen? Mit welcher Einstellung wärst Du jedes Mal in der Halle? Wie würdest Du jedes Spiel bestreiten? Wie intensiv würdest Du Dich um Deine Mitspieler kümmern? Was wäre Dir wichtiger: Deine eigene Statistik oder zu Abschluss Deiner Karriere eine Meisterschaft gewinnen? Die meisten meiner Spieler beantworten diese Frage durchweg positiv. Dann fragte ich sie: „Warum spielst Du nicht jede Saison so, als wäre sie Deine letzte?“ (Bischoff, S. 81)

Probiere es doch aus und teile Deine Erfahrungen im Kommentarteil mit! Wir freuen uns über jeden Beitrag.

Literatur
Bischoff, Christian (2008): Mein Trainertagebuch: Das Spiel. Der Weg ; Das Leben. 1. Aufl. s.l.: Draksal Verlag.
Bildquelle
http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swe_cap_umea_36.jpg


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„Der Wille ebnet den Weg an die Spitze,
ich bin kein Talent."
Nadja Kamer