Vier Spielereigenschaften für eine erfolgreiche Saison

Was sind Eigenschaften eines erfolgreichen Spielers? Dieser Frage versuche ich mit Christian Bischoffs langjährigen Trainererfahrungen zu beantworten.

Nach Bischoff existieren genau vier Eigenschaften für einen Spieler, die bei konsequenter und breiter Umsetzung zu mehr Erfolg führen sollen:

Vier Gewinner(-Team-)-Eigenschaften
…Dies sind Eigenschaften, die einen positiven, erfolgshungrigen und zielstrebigen Akteur auszeichnen. Wenn alle Spieler diese vier Dinge verinnerlichen, dann wird aus der Gruppe erfolgreicher Individuen mit der Zeit ein Gewinnerteam. (Bischoff, S. 96f.)

Schauen wir mal, was man von diesen vier Erfolgsfaktoren halten soll:

1. FOCUS ON EFFORT, NOT WINNING

Konzentriere Dich auf Deine Einsatzbereitschaft, nicht aufs Gewinnen. Das Einzige, was jeder Spieler mit Sicherheit beeinflussen kann, ist die Intensität, die Konzentration, der Wille, die Leistungsbereitschaft, mit der er bei der Sache ist. Wenn diese immer stimmt, wird der Erfolg das erwünschte Nebenprodukt sein, das sich früher oder später von selbst einstellt. (Bischoff, S. 96f.)

Kritik
Bischoff weisst darauf hin, dass sich (nicht nur) die Spieler auf den Moment konzentrieren sollen: Auf den nächsten Einsatz, auf den nächsten Pass, auf den nächsten Zweikampf, auf den nächsten Schritt etc.. In diesen Fällen kann der Spieler sich selbst regulieren und kontrollieren. Er hat zu 100% Einfluss auf den Ausgang einer Spielsituation. Der Spieler kann in diesem Moment einen Baustein setzen für den Sieg.
Denkt der Spieler allerdings nur an den Sieg, der in 45 Spielminuten vielleicht passieren könnte, dann verpasst er den Moment. Das bedeutet, der Spieler verpasst seinen Einsatz, spielt einen Fehlpass oder verliert den nächsten Zweikampf. Folgen davon sind gegnerische Chancen für ein Tor.


Bild 1 – Der Trainer kann viel dazu beitragen, dass sich die Spieler auf den Moment fokussieren

2. BE QUICK, BUT DON‘T HURRY

Spiele schnell, aber nicht überhastet! Zu schnell zu spielen, bedeutet überhastet zu sein, in einem Tempo zu agieren, das die eigenen Fähigkeiten übersteigt. Ballverluste und Fehler sind die Konsequenzen. Zu viele Fehler mindern die Erfolgschancen. Daher agieren wir lieber etwas langsamer, dafür aber überlegter. Nimm regelmässige Auszeiten, um Deine Ergebnisse zu reflektieren und Dir Gedanken darüber zu machen, welches die richtigen Schritte in den nächsten Wochen sind. (Bischoff, S. 96f.)

Kritik
Nach meiner Meinung fehlt hier das Mut zum Risiko. Wenn eine gegnerische Mannschaft ein viel höheres Spieltempo zeigt, welche das eigene Team nicht mithalten kann, müssen die Spieler ihr Spieltempo an das Limit und darüber hinaus treiben, um die Chancen auf einen Sieg zu wahren. Sie müssen Risiken eingehen und „mit dem Feuer spielen“.


Bild 2 – Finde Deine Spielgeschwindigkeit, in der Du noch alles unter Kontrolle hast

3. BALANCE IS EVERYTHING

Basketball ist Balance. Du brauchst Körperbalance, um erfolgreich agieren zu können. Um Körperbalance zu haben, ist mentale Balance notwendig. Sich von keinen externen Faktoren ablenken und beeinflussen zu lassen. Ein Team braucht offensive Balance und defensive Balance. Dazu braucht jeder Spieler individuelle Balance. Basketball ist Balance, Balance, Balance, … . Dein Leben ist Balance – die Balance zwischen allen Lebensbereichen: Gesundheit, Emotionen, Beziehungen, Zeit, Finanzen, Beruf/ Karriere und Spirituelles. (Bischoff, S. 96f.)

Kritik
Alles ist Balance. Doch wie erhält man Balance, wenn man selber im Ungleichgewicht ist? Hier gibt es nach meiner Meinung keine „goldene Regel“. Jeder Mensch hat seine eigenen Strategien, wieder in Balance zu gelangen. Mein Tipp: Versuche verschiedene Möglichkeiten und reflektiere dich dabei selbst? Welche Strategie war die Beste für Deine Balance. Versuche sie zu trainieren und zu perfektionieren wie ein Muskel.


Bild 3: Keine Balance mehr – Dann fällt man/frau schnell mal über die Bande

4. KEEP IT SIMPLE

Das Spiel ist einfach, spiel ist einfach. Extravagante „And-One-Moves“ und selbstdarstellerische, egoistische Spielweisen haben in erfolgreichen Teams nichts zu suchen. (Bischoff, S. 96f.)

Kritik
Oh wie recht Bischoff hat. Wie sehr hasse ich die selbstdarstellerischen Einzelspieler, die sich für etwas besseres halten. Unihockey ist eine Teamsportart. Nur im Team gewinnt man Spiele und kann Pokale in die Luft stemmen. Alleine ist das nicht möglich.
Zudem sollte dein Team das Spiel nicht zu kompliziert gestalten. Ich habe in einigen Teams gespielt, bei der vor dem Tor noch ein Querpass versucht wird. Verantwortung übernehmen und drauf hauen. Die Spieler und Trainer sollten Verantwortungsübernahme loben und nicht den letzten Querpass, der irgendwo im Niemandsland endet.


Bild 4: Zusammen Kämpfen – Zusammen Siegen – Zusammen Verlieren

Literatur:
Bischoff, Christian (2008): Mein Trainertagebuch: Das Spiel. Der Weg ; Das Leben. 1. Aufl. s.l.: Draksal Verlag.
Bildquellen:
Bild 1: http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swed_ore_taby_16.jpg
Bild 2: http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swed_marie_soed_r6.jpg
Bild 3: http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swed_marie_soed_w1.jpg
Bild 4: http://unihockey-pics.de/sai2011_12/pics/swed_marie_soed_z_23.jpg


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