Grenzgänger unterwegs – Grimma Trainerkurs 2013

Das Abenteuer Trainerausbildung ruft mich bereits zum dritten Mal: Der Drucker lief auf Hochtouren. Der Mailverkehr stieg um ca. 50%. Das Smartphone wurde durch die vielen Telefonate teilweise so heiss, dass es sich selbst ausstellte. Die Marke sei an dieser Stelle nicht verraten ;)
Es ging also wieder einmal für zwei Tage ins Floorballland Deutschland. Genauer genommen in die Seume-Halle in Grimma, Sachsen. Es ist eine Gegend, in der anscheinend der landesweit schlimmste Dialekt gesprochen wird. Für mich, der seit sechs Jahren seine Heimat nur noch zu Weihnachten sieht, wieder eine ungewohnte, aber doch irgendwie „heimelige“ Sprachmelodie in meinen Ohren.


22 TrainerInnen erlebten in zweit Tagen einen spannenden Theorie-Praxis-Mix

Immer wieder zauberten mir die TeilnehmerInnen mit ihrer Aussprache ein freudiges Lächeln auf mein Gesicht. Genauso war es auch umgekehrt. In meinen sechs Schweizer Jahren eignete ich mir zwar nicht Schweizerdeutsch in Perfektion an, doch anscheinend haben sich einige Betonungen und Wörter latent in meine Sprache eingeschlichen. Sie haben sich festgekrallt und lassen mich nicht mehr los. In den Feedback-Bögen liest sich das zum Punkt Aussprach so: „Bis auf wenige schweizerischen Ausdrücke verständlich“, „Deutlich mit Akzent“ aber auch „Niedlich :)
Fazit: Ich gehöre Sprachlich nicht mehr nach Sachsen, meiner Heimat. Aber auch nicht in meine Wahl-Heimat der Schweiz. Wenn ich dort mit „richtigem“ Schweizerdeutsch anfangen würde, würde ich bald keine ZuhörerInnen mehr haben. So grauenvoll tönen meine Schweizerdeutschen-Versuche. Zur Perfektion reicht es mit meinem Antitalent Aussprache sowieso nicht. Aber wo gehöre ich denn dann hin?
Eine Frage, die sich auf sprachwissenschaftlicher Ebene nicht so schnell beantworten lässt. Allerdings sprechen wir in einer einzigen Sache zu mindestens inhaltliche von derselben Dingen. Ob nun Floorball oder Unihockey – der Sport verbindet über die Grenzen hinweg.


Die TrainerInnen in Aktion

Ich ging also in das Floorball-“Entwicklungsland“ Deutschland, um den TrainerInnen Informationen in theoretischen und praktischen Einheiten zu geben, was, wann und wie im Kinder- und Jugendunihockey trainiert werden soll. Neben dem Ausbildungskonzept von Swiss Unihockey standen auch praktische Trainingstipps im Mittelpunkt und die Erkenntnis, dass nicht nur die äusseren Trainingsbedingungen ausschlagebend sind für ein gutes Training, sondern vor allem die Qualität der Lehr- und Lernprozesse und die Intensität der Übungsdurchführung.


Mit der Videoarbeit soll der Lernprozess an Qualität gewinnen.

Die TrainerInnen konnten sich selber im Erklären und Leiten der Übungen erproben und sich anschliessend den kritischen Kommentaren der anderen TrainerInnen stellen. Extra dafür aufgenommen Videos, die den TeilnehmerInnen zugesendet werden, sollen die Auseinandersetzung mit der eigenen Trainerpersönlichkeit und Methoden intensivieren.

Video folgt!

Die Übungen wurden von den TeilnehmerInnen handschriftlich festgehalten und stehen hier zum Download als PDF-Datei zur Verfügung.
Die anonymen Feedbacks waren, wie bei den anderen zwei Kursen, durchweg positiv. Ab und zu gab es kleine Verbesserungsvorschläge, die in einem nächsten Kurs umgesetzt werden.

„Die Themen waren sehr ansprechend und gut strukturiert und mit vielen interessanten Anregungen.“

„Gute Grundlagenvermittlung mit vielen Impulsen für das eigenen Training.“

„Ich fand den Wechsel zwischen Theorie und Praxis klasse.“

„Die Mischung aus Theorie und Praxis hat einen hohen Lerneffekt durch learning by doing.“

„Referent war authentisch, sympathisch und kompetent.“


Jede TrainerIn stand einmal im Mittelpunkt des Geschehens.

Die sehr vielen positiven Rückmeldungen motivieren für mehr. Ein weiterer Kurs ist zurzeit noch nicht geplant, doch das wird sich wahrscheinlich in den nächsten Wochen ändern. Kontakte bestehen jetzt nicht nur nach München, Donauwörth und Leipzig/Grimma, sondern mittlerweile auch nach Frankfurt am Main, Bonn und Berlin/Brandenburg. Lasst euch überraschen, wo ich das nächste Mal aufkreuze. Wenn es bei dir sein soll, dann kannst du mir eine Mail schreiben floorballgalle@gmail.com. Selbstverständlich wirst du auf meinem Blog auch auf den laufenden gehalten, wenn ein neuer Trainerkurs ansteht.
Wenn es dann wieder Zeit für einen weiteren Kurs ist, wird ein Zug auf mich an einem Schweizer Bahnhof warten und mich über die Grenze bringen. In der Hoffnung, dass ich meine sprachliche Identität doch irgendwo finden werde.

In diesem Sinne wünsche ich euch erfolgreiche Trainings und bis bald!


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sieben × sechs =





Darüber werde ich nachdenken!
„Der Wille ebnet den Weg an die Spitze,
ich bin kein Talent."
Nadja Kamer