Von Finanzhaien und Mutproben – Trainerkurs in Frankfurt am Main

Meine Wohnstadt Zürich und Frankfurt am Main haben eine Gemeinsamkeit, die in beiden Städten das Stadtbild prägen: Es sind zwei Haifischbecken für alle Finanzhaie, die gerne hoch hinaus wollen und sich mit einer krankhaften Eifrigkeit die Scheine gegenseitig aus der Tasche ziehen. Das hoch hinaus ist in Frankfurt am Main überall zu sehen: Die ganze Skyline, von der ich sehr beeindruckt war, ist allgegenwärtig. Frei nach dem Motto „Höher, weiter, schneller“ gehen dort die Anzugträger auf Geldjagd.


Doch das in dem Trainerkurs nicht meine Passion. „Höher, weiter, schneller“ war zwar auch mein Motto, doch waren meine Gegenüber nicht in Anzüge gekleidet, die so viel Kosten wie ein toller Sommerurlaub am Strand. Sie waren eher in Trainingsanzügen gehüllt, die weitaus sympathischere Menschen versprachen.

Am Wochenende stand zum dritten Mal in meiner Workshop-Karriere der Einstiegstrainerkurs (Kinder- und Jugendfloorball) auf dem Tagesprogramm. Nach Donauwörth und Grimma konnte ich nun auch die Trainer in Frankfurt mit meinen Theorielektionen beglücken und in den Praxisteilen zum Schwitzen bringen. Die TeilnehmerInnen waren wunderbar. Schnell ist das Eis gebrochen und es entwickelte sich eine tolle Atmosphäre, in denen Erfahrungen und Wissen ausgetauscht und Kontakte geknüpft wurden. Die grossartige Stimmung lies uns auf Wolke sieben durch die ganzen Inhalte des Floorballtrainings von Kindern und Jugendlichen gleiten. Aufgrund dieser tollen Ausgangslage war am Ende des Kurses sogar Zeit und Raum für eine ganz besondere Einheit. Hier wurde unter Extrembedingungen die Beziehungsarbeit von zwei Teilnehmern auf die Probe gestellt. Diese lehrreiche Lektion, die die Beiden mit Bravour meisterten, bereitete für alle Freude und Spass und es konnten damit grundlegende und fundamental wichtige Kompetenzen eines Trainers geübt und reflektiert werden: die Beziehungsarbeit von Trainern zu ihren Spielern. Zu diesem Thema wurden zwei Gruppenarbeiten durchgeführt, deren Ergebnisse interessierte LeserInnen in dem folgenden PDF nachlesen können: Trainerpersönlichkeit und Beziehungsarbeit.

Wir begaben uns immer wieder in den Bereich der Beziehungsarbeit und folgten den Spuren von Coach K, einen sehr erfolgreichen Basketballcoach aus den USA, und Christian Bischoff, einen berühmten Motivationstrainer aus Deutschland, die der Meinung sind, dass der Trainerjob aus 20% Fachwissen und 80% Umgang mit Menschen besteht.

Neben diesem zentralen Inhalt wurde anhand der Leitfrage „Was soll wann und wie trainiert werden?“ sehr intensiv über das Kinder- und Jugendfloorball gesprochen und diskutiert. Unterlegt wurden die Theorieeinheiten mit Praxisteilen, in denen einerseits kleine Einführungen und praktische Beispiel aus der Theorie gegeben wurden und andererseits die teilnehmenden TrainerInnen sich in ihrem Trainerdasein ausprobieren konnten, indem sie thematisch eine kleine Lektion vorbereiteten. Das Feedback von allen Beteiligten zu den kleinen Einheiten war für die Entwicklung der TrainerInnen sehr hilfreich.

Der Kurs hatte nicht nur zum Ziel Fachinhalte zu vermitteln, sondern auch ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen. Es wurde schnell deutlich, wie stark deutsche FloorballtrainerInnen an solchen Trainerkurs interessiert sind und förmlich nach weiteren Kursen zu anderen Themen lechzen. In diesem Sinne ist meine Passion noch längst nicht abgeschlossen. Weitere Kurse werden in Zukunft folgen. Die nächsten sind in Donauwörth zu den Themen Kommunikation, Taktik und Mentaltraining sowie in Bonn zum Einstiegsthema Kinder- und Jugendfloorball. Wenn du Interesse hast, schreibe mir einfach eine Mail an: floorballgalle@gmail.com.

Und als kleines Leckerbissen für alle TrainerInnen gibt es hier eine kleine Übungssammlung, die von den KursteilnehmerInnen zusammengestellt wurde: Übungssammlung. Ich wünsche euch beim Ausprobieren viel Spass.


1 Antwort auf „Von Finanzhaien und Mutproben – Trainerkurs in Frankfurt am Main“


  1. 1 Finanzhai 07. Juli 2014 um 23:53 Uhr

    - Warum bauen die Banken so große Gebäude?
    - Damit das Ego der Banker auch mit rein passt.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× vier = vier





Darüber werde ich nachdenken!
„Der Wille ebnet den Weg an die Spitze,
ich bin kein Talent."
Nadja Kamer