Archiv der Kategorie 'Stolperthemen'

Lerne das Unerwartete zu erwarten II

Dieser Beitrag ist die Fortsetzung von „Lerne das Unerwartete zu erwarten I“. Du als Trainer hast in Übungen und Spielformen immer die Chance, Lösungskompetenzen von Deinen Spielern in unerwarteten Situationen zu fördern. Das Unihockeyspiel besteht aus tausenden unerwarteten Situationen. Wieso solltest Du nicht schon Deine Spieler im Übungsteil darauf vorbereiten?

Das Unerwartete in einer Übung/ Spielform zu schaffen ist ganz einfach: Ohne vorher anzukündigen, veränderst Du bestimmte Trainingsbedingungen. Beispielsweise stellst du ein zusätzliches Tor auf, in das Deine Spieler Tore schiessen können oder Du integrierst einen zusätzlichen Verteidiger. Damit müssen sich Deine Spieler an immer wieder neue Bedingungen anpassen.
Einen anderen Sinn von „Das Unerwartete erwarten“ erfüllt das nachfolgende Bild:

Was wird passieren? Das arme Kaninchen? Wird es gefressen?


























Nein, ganz im Gegenteil: Der arme Wolf!

Hättest Du das erwartet?

Was will ich damit erreichen? Jedes Team was auf dem Spielfeld steht hat die Chance zu gewinnen. Auch die unterlegene Mannschaft muss das Unerwartete erwarten und an ihre Chance bzw. an ihre Stärken, Fähigkeiten und Fertigkeiten glauben. Das sind mentale Grundlagen für ein Underdogsieg.

Bildquellen:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/die-witzigsten-bilder-im-netz-der-louvre-des-lachens-1.589094
http://www.sueddeutsche.de/kultur/die-witzigsten-bilder-im-netz-der-louvre-des-lachens-1.589094-2

Spieler brauchen Anerkennung

Eines der drei Prinzipien von Bischoffs Menschenführung ist die Wertschätzung der Spieler.In unserer Zeit bekommen wir leider viel zu oft gehört, was wir nicht können, wo wir schlecht sind etc.. Darum braucht es umso mehr positive Feedbacks.

Nun bin ich in meinem Studium über folgendes Zitat gestolpert:

Menschliche Wesen sind in allen Lebensphasen, vor allem aber in der Kindheit, auf elementare Anerkennung angewiesen. […] Auf der Ebene pädagogischen Handelns bildet die Vermittlung einer von Selbstachtung und Anerkennung geprägten Haltung einen Kern […]. (Prengel 2007)

…der Trainertätigkeit. Lern- und Lehrprozesse sind produktiver und ertragreicher, wenn sie in einem harmonischen und positiven Umfeld geschehen. Jeder Spieler wird gern für eine Aktion gelobt und erhält dadurch die Bestätigung, dass er gutes Unihockey spielt. Eine solche Bestätigung gibt Mut und Selbstvertrauen für die nächsten Entwicklungsschritte.

Die Anerkennung der Leistungen impliziert indirekt, dass Du als Trainer die Fehler Deiner Spieler akzeptierst bzw. zulässt. Machen Spieler Fehler ist das ein Zeichen dafür, dass sie etwas probieren (Mut), dass sie sich entwickeln wollen und dass sie Vertrauen haben in ihre Mitspieler. Sie müssen ja schliesslich die Fehler wieder ausbaden. Das sind sehr gute Anzeichen für ein positiv entwickelndes und erfolgreiches Team.

Literaturquelle:
Prengel, A. (2007): Diversity Education – Grundlagen und Probleme der Pädagogik der Vielfalt. In: Krell, G./ Riedmüller, B./ Sieben, B./ Vinz,D (2007): Diversity Studies. Grundlagen und disziplinäre Ansätze. Frankfurt, New York: Campus, 54.
Bildquelle:
http://t1.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcR1aM7QLFgH9-FsuUzb2MxNBuYZ-rcjEZETrGWATBH7q4PLLsccFA

Leben im Moment

Die Achtsamkeitspraxis ist eine sehr alte Lehre, die leider in unser heutigen postmodernen Gesellschaft oft vergessen wird. Die schnelllebige Zeit, in der uns u.a. die Werbung ein anzustrebendes Lebensideal präsentiert, welches fernab von jegliche Vernunft liegt, lässt unsere Gedanken immer wieder in die Zukunft schweifen: Bei welcher Aktion erhalte ich den besten Profit? Wie komme ich an das nächste Statussymbol? Bin ich noch etwas wert, wenn ich mal nicht das Neuste habe? … Oder auch in die Vergangenheit: Ach wie schön ist es früher gewesen?

Es fehlt sehr häufig die Achtsamkeit auf die Gegenwart. Hier habe ich ein schönes Lied von Gerhard Schöne, der dieses Leben im Moment thematisiert. Es geht um einen vom Alltag gestressten Sohn, der seinen Vater besucht und von ihm einen wunderschönen Lebenstipp erhält:

Auch im Unihockey kann ich sehr oft beobachten, dass Spieler mit ihren Gedanken nicht auf dem Spielfeld sind.

Folgendes Beispiel aus meiner Traineraktivität: Ich habe mit meinen Spieler folgendes Blatt besprochen und immer wieder im Training geübt: Fokus auf den Moment (Klicken und herunterladen)
In eines der letzten Saisonspiele gegen das stärkste Team der Liga setzt das Team den „Fokus auf den Moment“ sehr gut um. Mein Team schiesst 20 Sekunden vor Schluss den 2:2 Ausgleichstreffer. Alle freuen sich über diesen unheimlich wichtigen Treffer gegen einen viel stärkeren Gegner. Als die Spieler wieder auf die Bank kommen, höre ich die ersten schon sagen: „Cool, jetzt haben wir einen Punkt! Die letzten 20 Sekunden überstehen wir auch noch.“

FEHLER! Die Gedanken waren in die Zukunft gerichtet! Und prompt kassiert mein Team vier Sekunden vor Schluss das 3:2. Wir stehen am Ende ohne Punkte da. Dennoch haben die Spieler ein wichtige Lektion gelernt: Der Fokus auf den Moment ist nicht nur 59:40 Minuten zu halten, sondern die gesamten 60 Minuten lang.

Bildquelle
©Marco Galle






Darüber werde ich nachdenken!
„Der Wille ebnet den Weg an die Spitze,
ich bin kein Talent."
Nadja Kamer