Ein Thema mit viel Diskussionssprengstoff! Taktik ist und bleibt eine viel beredete Angelegenheit über die sich jeder Sportler stundenlang unterhalten könnte. Innerhalb der verschiedenen und widersprüchlichen Meinungen bleibt eine Binsenweisheit stets aktuell: „Es führen immer mehrere Wege zum Ziel.“ Soll heissen, egal welches System oder Idee du spielen willst, es gibt auch ein zweites System, dass den Anforderungen gerecht wird.


Ein Meister seines Fachs – Magnus Svensson (Trainer des Jahres in Schweden 2001)

Neben den verschiedenen Übungs- und Spielformen sowie dem Mentaltraining ist die Taktik eine wichtige Säule in jedem Unihockeytraining. Im Folgenden geht es um Inhalte eines jeden Taktiktrainings, sowie einen pädagogischen Leitfaden, wie du am besten deinen Spielern die taktischen Elemente beibringen kannst.
Diese Seite ist eine Ergänzung zu meinem Trainingsbuch:

Das Buch für dein Training


Gliederung


1. Der Leitfaden für die Taktikausbildung
2. Unihockey – Ein Spiel zwei gegen zwei!


1. Der Leitfaden für die Taktikausbildung

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Der Trainerjob ist einfach und schnell erklärt: Er bringt seinen Schützlingen etwas bei. Für eine erfolgreiche Ausbildung benötigt es zum einen Ausbildungsziele und zum anderen ein langfristiges Ausbildungskonzept.
Die Ziele muss jeder Trainer selbst setzen. Ein Ausbildungskonzept möchte ich euch mit diesem Leitfaden vorstellen:


Die Taktikpyramide – Ein Leitfaden für die Unihockeylehre.

Am Anfang muss sich ein jeder Unihockeyspieler individualtaktische Elemente aneignen. Diese sind die Basis für die weiteren Entwicklungsstufen der Gruppen- und Mannschaftstaktik: Erst wenn der Unihockeyspieler die untere Stufe beherrscht, kann er einen Schritt weiter gehen. Es macht verständlicherweise wenig Sinn, mit Kindern ein Mannschaftssystem einzuführen, wenn sie grundlegende taktische Elemente des Inside stehen oder des Absinkens nicht beherrschen.

Der Leitfaden hat einen pädagogischen Vorteil: Er zeigt explizit die Lernschritte an, in denen ein Unihockeyspieler im taktischen Bereich Stufe für Stufe geschult werden kann. Es kann schnell eingeschätzt werden, welche Elemente der Spieler noch nicht kann und wo noch Nachhilfebedarf ist. Hapert es bspw. in gruppentaktischen Elementen, kann einmal beobachtet werden, ob überhaupt die Individualtaktik sitzt.

Das klingt jetzt für einige sehr banal, logisch und einfach. Aber in der Umsetzung bedarf es ein ausgeklügeltes Lehrsystem. Am Anfang der Saison musst du dir Ziele setzen, wann du welchen Schritt gehen willst. Im Training musst du immer reflektieren und beobachten, ob die Methoden und Übungen auf die Taktikstufe passen. Das Modell ist einfach zu verstehen, die Umsetzung dagegen schwierig und komplex.

Individualtaktik
In dieser Rubrik sind alle taktischen Elemente gesammelt, bei denen nur ein Spieler vorkommt.


Bild 1: Grüter allein mit dem Ball unterwegs.

Das sind im Angriff das Laufen mit/ ohne Ball (#92, #118, Video), das Passen (#113, #115, Video) und das Schiessen (#120, #109, #121, Video). Wortwendungen wie zum Beispiel Zug zum Tor, Freilaufen oder immer in Bewegung bleiben, sind damit gemeint. Läuft ein Spieler mit dem Ball, sollte der Körper immer zwischen Gegenspieler und Ball sein (#29, #89, #78).


Bild 2: Zehr stellt seinen Körper zwischen Ball und Gegner.

Der Spieler sollte das Spielfeld überblicken (Kopf heben) und Tempowechsel und Finten in seine Laufwege mit einbauen (#90).


Bild 3: Antener deckt den Ball unerreichbar ab und hat ein Auge für seine Mitspieler.

In der Verteidigung sind Begriffe wie Inside stehen oder Absinken grundlegend. Ebenso können richtige Bein- und Schlägerstellungen über den Ausgang eines Zweikampfes entscheiden:

Auch eine schnelle Mauer, um Schüsse zu blocken, ist zentral (#56).


Bild 4: Hartmann steht zwischen Ball und Tor (Inside).


Bild 5: Zehr muss gegen Antener tief runter.

Mehr dazu im Trainingsbuch:
Kap. 4: Die gefährlichen und ungefährlichen Zonen
Kap. 5: Inside stehen
Kap. 5: Absinken
Kap. 5: Laufwege nichtballführender Spieler

Gruppentaktik
Die Gruppentaktik beginnt dort, wo mehr als zwei Spieler des eigenen Teams in einer Aktion involviert sind. Elemente wie Doppelpass (#13), Kreuzen, Überzahl und Unterzahl (#19, #12, #84), Freistossvarianten, Doppeln etc. können alle in diese Rubrik eingeordnet werden.


Bild 6: Scalvinoni und Zehr im Zusammenspiel.


Bild 7: Hartmann und Merki beim Doppeln.


Bild 8: Köniz stellt die Mauer.

Mehr dazu im Trainingsbuch:
Kap. 4: Das Doppeln des Gegenspielers
Kap. 4: Die Mauer
Kap. 5: Das Angriffsdreieck
Kap. 5: Die WC-Rolle
Kap. 5: Das Spielen in die „Taschen“

Mannschaftstaktik
Von Mannschaftstaktik spricht der Trainer, wenn er alle fünf Feldspieler (Kleinfeld: Drei Feldspieler) mit einbezieht und die Spieler im Kollektiv zusammenarbeiten sollen. Grundlegende Systeme in der Verteidigung sind bspw.: 2:1:2, 2:2:1, M-System oder Manndeckung. Ebenso sind blockspezifische Grundlagen (Pressing, Forechecking, Konter etc.) nicht zu vergessen. Im Angriff sind Pointauslösungen (#32, #85) und 2-Verteidiger-Auslösungen (#123) sehr weit verbreitet. Auch die nach Strafen folgenden Überzahl- und Unterzahlspiele zählen in diesen Bereich.

Mehr dazu im Trainingsbuch:
Kap. 4: Raumdeckung bei einer offensiven Verteidigung
Kap. 4: Raumdeckung bei einer defensiven Verteidigung
Kap. 5: 2:2:1 – System (Defensive)
Kap. 5: 2:1:2 – System (Defensive)
Kap. 5: M-System (Defensive)
Kap. 5: Manndeckung (Defensive)
Kap. 5: Das Kurzpassspiel (Offensive)
Kap. 5: Pointsystem (Offensive)
Kap. 5: 2-Verteidiger-System (Offensive)

Der Leitfaden durch die Unihockeytaktik


Die Taktikpyramide – Ein Leitfaden für die Unihockeylehre.

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Literatur:
Baur, J. & Kappler, A. (1998). Trainerhandbuch Unihockey (1. Aufl.). Grasleben: Sport-Thieme.
Brändli, M. & Gärtner, P. (2005). 99 Spiel- und Übungsformen im Unihockey (3. Aufl.). Bern
Galle, M. (2012). Unihockeytraining. Methoden und Strategien für kreatives und abwechslungsreiches Coaching. Zürich
Roschinsky, J., Gatzke, M. & Vordank, M. (2008). Unihockey. Volltreffer in die kleinsten Tore der Welt ; [Training, Technik, Regeln, Ausrüstung]. Aachen: Meyer & Meyer.

Wer Englisch gern hat, erhält beim Floorballcoach.org weitere Infos.

Bildquellen:
Bild 0, Bild 1, Bild 2, Bild 3, Bild 4, Bild 5, Bild 6, Bild 7, Bild 8


2. Unihockey – Ein Spiel zwei gegen zwei

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Hier wird noch gebaut und gebastelt. Ich bitte um etwas Geduld!

Im Unihockey gibt es die verschiedensten Taktiken. In meinem Buch habe ich die bekanntesten Aufstellungen beschrieben. Wenn du Interesse hast, kannst du auf den Link klicken und mehr erfahren.


Unihockeytraining -Methoden und Strategien für kreatives und abwechslungsreiches Coaching






Darüber werde ich nachdenken!
„Der Wille ebnet den Weg an die Spitze,
ich bin kein Talent."
Nadja Kamer